Ausbildung

Aus- und Weiterbildung  von Sachverständigen (Familienpsychologie, Aussagepsychologie)

 

Die Gesellschaft für wissenschaftliche Gerichts- und Rechtspsychologie (GWG) bildet in München und an weiteren Orten seit vielen Jahren Sachverständige für familiengerichtliche Fragestellungen und für aussagepsychologische Begutachtungen aus. Darüber hinaus ist die GWG eines der wenigen Institute, das sich um die Aus- und Weiterbildung von Kolleginnen und Kollegen zu Sachverständigen bemüht, damit der Justiz auch in Zukunft qualifizierte Fachkollegen mit besonderer Sachkunde zur Verfügung stehen.

Unabhängig von ihrer beruflichen Vorerfahrung werden Kolleginnen und Kollegen unter der Maßgabe eines erfolgreichen Studienabschlusses in Psychologie (Diplom, Master) anwendungsbezogen und angeleitet durch erfahrene Sachverständige an die Bearbeitung unterschiedlicher gerichtlicher Fragestellungen herangeführt. Dies geschieht zunächst durch die Möglichkeit, im Wege der Hospitation die Tätigkeit und Vorgehensweise bei konkreten Begutachtungen kennenzulernen. Die schrittweise Übernahme von Teilaufgaben innerhalb des Begutachtungsprozesses ermöglicht dem Anwärter, erworbenes Wissen anzuwenden, ohne bereits die Verantwortung für die gesamte Begutachtung übernehmen zu müssen. Sodann erlaubt es ein Tutoren-System dem einzuarbeitenden Kollegen, in enger fachlich-beratender Anbindung an erfahrene Sachverständige erste Begutachtungen eigenständig und selbstverantwortlich durchzuführen. Diese fallbezogene beratende Begleitung erfolgt anonymisiert und tangiert die Unabhängigkeit des Kollegen, der die Begutachtung durchführt, nicht.

So wird das durch Studium und Selbststudium erworbene Wissen über relevante psychologische Gebiete sowie über Forensik (Begutachtung, Erstellung und Erstattung von Gutachten) durch praktisches Lernen in effizientes Handlungswissen und in Handlungskompetenz überführt.

Regelmäßige hausinterne Fortbildungen und Workshops mit praktischen Übungen – auch mit Hilfe externer Experten zu gezielten Themen – , einzelfallbezogene Gespräche sowie regelmäßige Teams zur Intervision und zum fachlichen Austausch dienen auch erfahrenen Sachverständigen der stetigen Weiterbildung und Qualitätssicherung ihrer Arbeit.

Sachverständige im Verbund der GWG engagieren sich auch als Supervisoren ( Dr. Monika Aymans, Dr. Joseph Salzgeber, Uwe Wetter – siehe auch Homepage der Transmit), Praxisanleiter, Dozenten und Prüfer (Dr. Joseph Salzgeber, PD DR. Wolfgang Vehrs, ehemals bei der GWG) bei der Föderativen Weiterbildung  in Rechtspsychologie.  Die Föderative Weiterbildung in Rechtspsychologie ist eine fundierte wissenschaftliche und berufliche Qualifizierung für eine psychologische Tätigkeit im Rechtssystem. Sie ermöglicht den Erwerb der Zertifizierung „Fachpsychologe/Fachpsychologin für Rechtspsychologie BDP/DGPs“ der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen.

Weitere Informationen zu dieser Weiterbildung und die aktuell dafür akkreditierten Weiterbildungsveranstaltungen finden Sie unter dem folgenden Link zum Veranstalter der theoretischen Weiterbildungsseminare, der Deutschen Psychologen Akademie GmbH des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen: http://psychologenakademie.de/fortbildung-weiterbildung/fachbereiche/rechts_psych/

Für die Weiterbildung akkreditierte Grundlagen- und Vertiefungsseminare zu den Schwerpunkten „Aussagepsychologie“ und „Familienrechtliche Fragestellungen“ werden derzeit von den Dozenten Dr. M.  Aymans und Dr. J. Salzgeber in den Räumen der GWG in München angeboten.

Da die Wissensbereiche für die unterschiedlichen Fragestellungen, die an die Sachverständigen herangetragen werden, umfassend, hoch spezifisch und teils in ständigem Wandel durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse begriffen sind, wird im Team der Kollegen und Kolleginnen im Rahmen der GWG davon ausgegangen, dass sich jeder Sachverständige mit einem Spezialgebiet vertieft befasst. Im Sinne des Wissensmanagements wird die so erarbeitete Expertise in das Team getragen, so dass sich der Wissenspool für alle Sachverständigen effizient erweitert und dieses Wissen von allen Kollegen genutzt werden kann. Diese Art der intensiven kollegialen Zusammenarbeit dient einzuarbeitenden wie erfahrenen Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen und schlägt sich auch in Publikationen nieder. Ergänzt wird diese Aufbereitung des fachrelevanten Wissens durch die regelmäßige Teilnahme der Kolleginnen und Kollegen an externen interdisziplinären Arbeitskreisen, forensischen Tagungen und psychologisch-forensischen Weiterbildungen.

Erfahrene Kolleginnen und Kollegen weisen damit ein hohes Engagement bezüglich der eigenen Weiterbildung jenseits bereits erworbener Qualifikationen sowie bezüglich der Ausbildung von Kollegen zu forensischen Sachverständigen auf. Ebenso zeigen Kolleginnen und Kollegen, die sich auf diese Weise, teils neben der Weiterbildung zum Fachpsychologen für Rechtspsychologie BDP/DGPs, auf dem Weg des Erwerbes der besonderen Sachkunde befinden, hohen Einsatz dahingehend, ihre Arbeit auf einem hohen Qualitätsniveau anzubieten zu können. So hoffen wir, auch zukünftig den vielfältigen Anforderungen der Justiz an unsere Arbeit auf hohem Niveau gerecht zu werden.